Aktionswoche Schuldnerberatung

 

In dieser Woche startet die bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung. Die Schuldnerberatung der Diakonie Riesa-Großenhain berät „mit Abstand“ am besten.

„Chancenlose Kinder? Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ ist der Titel der 21. bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung. Die Aktionswoche findet in diesem Jahr vom 25. bis 29. Mai 2020 statt.
Aktuell leben 21 Prozent aller Kinder in Deutschland dauerhaft oder wiederkehrend in Armutslagen. Besonders betroffen sind dabei Kinder nicht nur von alleinerziehenden Eltern, sondern auch solche mit mehreren Geschwistern und Kinder von erwerbslosen Eltern. Familienarmut ist damit oft auch Kinderarmut.
Kinder haben das Recht auf eine von Schuldenproblemen unbelastete Kindheit und Jugend sowie gute Startbedingungen für ihre Zukunft. Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV), die federführend die Aktionswoche leitet, fordert daher eine konsistente Gesamtstrategie. Der Regelsatz für Kinder muss sich, wie vom Bundesverfassungsgericht in 2010 gefordert, nach den kindlichen Entwicklungsphasen und dem, was für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes erforderlich ist, richten. Ebenso sind der Gleichklang von Sozialrecht und Zwangsvollstreckungsrecht, Finanzielle Allgemeinbildung von klein auf, Recht auf Schuldnerberatung für alle und Schuldenfrei in die Volljährigkeit zentrale Thesen der Aktionswoche.

Die Anzahl an mitbetroffenen Kindern in unserem Einzugsgebiet ist nahezu genauso groß wie die Anzahl an beratenen Fällen. Da Kinder selbst nicht als Ratsuchende auftreten, ist insbesondere auch bei den nicht langfristig beratenen Fällen eine hohe Dunkelziffer zu vermuten. Die Zahl an betroffenen kontinuierlichen Fällen war laut Lebenslagenerhebung 2019 der Diakonie Sachsen auf 1.272 Klienten gestiegen. Der Anteil der Familien, d.h. Alleinerziehende und Paare mit Kindern, war mit 37 Prozent ebenfalls sehr hoch. In diesen Familien lebten 777 Kinder und damit 183 mehr als im Vorjahr. Schon ein Kind in einer derart prekären Lebenslage spürt Benachteiligung, Ausgrenzung und reale Armut (fast) von Lebensbeginn an. Fast jede 5. beratene Person war im Freistaat alleinerziehend. Der Status „alleinerziehend“ ist bekanntermaßen seit vielen Jahren ein Überschuldungsrisiko. Während ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung Sachsens 8 Prozent betrug, war er in den Beratungsstellen mit 15 Prozent fast doppelt so oft vertreten.

Auch in der derzeitigen schwierigen Situation hält die Soziale Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle der Diakonie Riesa-Großenhain GmbH ihren Dienst aufrecht. „Wir sind durchweg telefonisch oder für dringende Beratungsgespräche auch persönlich erreichbar.“, so die Schuldnerberaterinnen Frau Luh und Frau Dworak. „Natürlich stellt uns diese Situation genau wie unsere Ratsuchenden vor schwierige Bedingungen. Aufgrund der zu erfüllenden Hygienestandards ergeben sich für die Klienten längere Wartezeiten. Persönliche Beratungen sind nun nur noch nach telefonischer Voranmeldung möglich.“ In der Zeit, als nur telefonische Beratungen möglich waren, wurden die Mitarbeiterinnen und Ratsuchenden vor besondere Herausforderungen gestellt. In der Schuldnerberatung ist es unabdingbar, Einsicht in die Unterlagen zu nehmen. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir froh, dass wir wieder persönlich und kontinuierlich beraten und wieder alle Ratsuchenden den Kontakt zu uns aufnehmen können.“ Dafür wurden Schutzmaßnahmen ergriffen.

Erreichbar ist die Schuldnerberatung der Diakonie Riesa-Großenhain von Montag bis Freitag unter 03525 633796 (Riesa) und 03522 528745 (Großenhain). Aufgrund der derzeitigen Situation werden Termine nur nach telefonischer Voranmeldung vergeben. Die Schuldnerberatung der Diakonie Riesa-Großenhain ist ein kostenfreies Beratungsangebot und für alle zugänglich.

https://www.diakonie-rg.de/presse_und_aktuelles_verknuepfung_mit_bundesweiten_aktionswoche_schuldnerberatung_de.html