Theaterstück Fluchtwege

 

Theaterstück „Fluchtwege“, am 18.03.2019 an der Oberschule Triebischtal, Meißen

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus wurde am 18.03.2019 das Theaterstück „Fluchtwege“ von den Landesbühnen Sachsen GmbH an der Oberschule Triebischtal in Meißen vor rund 85 Zuschauern aufgeführt.

Im Vorfeld wurden alle teilnehmenden Schüler im Rahmen des Sozialkompetenzunterrichts von Mitarbeitern der Migrationsberatung (Diakonie Riesa-Großenhain gGmbH), mit Unterstützung der Lehrer und Schulsozialarbeit, für das Thema sensibilisiert.

Dabei wurde u.a. eine interaktive Übung eingebaut, die spielerisch zeigt und ein Gefühl vermittelt, was es heißt, Teil eines Systems bzw. davon ausgeschlossen zu sein. Im Weiteren wurden Gedanken und Vorkenntnisse der Schüler gesammelt, etwa zur politischen Situation in verschiedenen Ländern, zu Fluchtursachen und Schwierigkeiten beim Ankommen in Deutschland. Kontrastiert wurden diese Antworten dann mit Filminterviews, die ganz authentisch die Geschichte von geflüchteten Menschen skizzieren. Mitarbeiter der Migrationsberatung konnten diese Eindrücke dann kommentieren und auch Fragen der Schüler konkret, d.h. praxisnah beantworten.

Reflektierend muss festgehalten werden, dass unter den Schülern zwar viel Unkenntnis über das Thema Migration vorherrscht, im Laufe des 90-minütigen Unterrichts jedoch immer mehr neugierige Fragen aufflackerten. Aus unserer Sicht ist es besonders wichtig, den Schülern Mut zu machen, auch über schwierige Themen zu sprechen, Fragen und Meinungen zu artikulieren, um so im Dialog zu bleiben. Daher war die Unterrichtseinheit in Vorbereitung auf das Theaterstück von großem Wert.

Am Veranstaltungstag fanden sich etwa 75 Schüler*innen in der Turnhalle der Oberschule ein, um das Theaterstück „Fluchtwege“ anzuschauen.  Das Publikum begegnete dem Geschwisterpaar Riwa und Andrea, zwei Flüchtlingskindern, die rückblickend erzählen, was es heißt, aus der Heimat flüchten zu müssen und welche Schwierigkeiten ein Neuanfang in Deutschland mit sich bringt.

Im Anschluss daran teilten sich alle Teilnehmer in insgesamt 9 Stationen auf und bearbeiteten zusammen folgende Fragen, die von den Schülern selbst stammten:

Was kann man tun, um Migranten das Ankommen in Deutschland zu erleichtern?
Was macht es schwer, in Deutschland anzukommen?
Was gibt es für Gründe, sein Land zu verlassen?

Moderierend begleiteten Sozial- und Theaterpädagog*innen die anschließenden Gespräche. Die Schülerschaft war z.B. der Ansicht, durch Höflichkeit, Einladungen zu Unternehmungen und das Vermeiden von Vorurteilen können Migranten eher in der Aufnahmegesellschaft ankommen. Weiterhin hieß es, eine nicht abgeschlossene Vergangenheitsbewältigung könne das Ankommen in Deutschland erschweren genauso wie eine andere Religion (Ernährung, Rituale, Gebetszeiten etc.). Auch wurde erwähnt, dass fake news, besonders in den Medien, Vorurteile gegenüber Migranten eher verstärken. Misstrauen in der Gesellschaft und fehlende Empathie spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Als Gründe für Fluchtbewegungen wurden u.a. Krieg, Naturkatastrophen, Genozid, Hungersnot aufgezählt und an einigen Ländern manifestiert. In dem Zusammenhang wurde der Anschlag in Christ Church, Neuseeland, genannt, welcher sich einige Tage zuvor ereignet hatte und dem gezielt Muslime zum Opfer fielen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen beteiligten Akteuren und Partnern für deren Unterstützung und die sehr gute Zusammenarbeit. Insbesondere genannt seien die Landesbühnen Sachsen GmbH und die Fachkräfte der Oberschule Triebischtal.

Text: Sarah Weißflog/Felix Kim

https://www.diakonie-rg.de/aktuelles_theaterstueck_fluchtwege_de.html