Besonderheiten der Werkstufe

Die Werkstufe hat gegenüber den vorhergehenden Schulstufen einen spezifischen Charakter, da die Schüler hier bis zu ihrem 18. Lebensjahr die ihnen obliegende Berufsschulpflicht absolvieren. In der Werkstufe liegt der Schwerpunkt auf der beruflichen und lebenspraktischen Bildung. Dabei nimmt die Werkstufe auf Grund ihrer Stellung zwischen Schule und dem Erwachsenenleben eine Brückenfunktion ein. Im Vordergrund stehen dabei das Fördern und Stärken der eigenen Identität und Selbstsicherheit sowie die Befähigung zum selbstbestimmten Handeln bei der eigenen Lebensgestaltung.

Folgende Schwerpunkte bestimmen den Unterricht in der Werkstufe:

- Berufliche Bildung im Fachunterricht
- Projektorientierter und handlungsbezogener Unterricht zur Vorbereitung der Schüler auf die nachschulischen Lebensbereiche (Individualität und Sozialität, Mobilität, Gemeinschaft, Wohnen, Freizeit, Familie und Partnerschaft)
- Individuelle Berufswege- und Lebensplanung
- Zwei praktische Tage (praktische Tätigkeiten im hauswirtschaftlichen und Außenbereich unserer Schule)
- Außerdem sind wir verantwortlich für die Kerzenzieherei „Jonas“, in Großenhain, Auenstraße. Die Schüler werden befähigt, alle Arbeitsschritte von der Kerzenherstellung über das Bestellwesen und den Verkauf kennen zu lernen und durchzuführen. Ziel ist der Aufbau einer Schülerfirma. Donnerstag und Freitag ist eine Schülergruppe vor Ort.
- Differenzierte Schülerpraktika in der WfbM und auf dem freien Arbeitsmarkt
- Exkursionen zu ausgewählten Schwerpunkten (Frauenkirche Dresden, Landtag etc)
- Jahresprojekt "Geld" mit einer Projektwoche im Januar 2016

Seit dem Schuljahr 2013/14 arbeiten im Projekt „Sozialpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern“ mit.

An der Förderschule (G) in Skäßchen lernen derzeit 46 Schülerinnen und Schüler.Entsprechend des schulischen Auftrages werden Schüler im Bildungsalltag auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet. Aus der Situation heraus, dass Förderschülerinnen und Förderschüler aufgrund ihrer Beeinträchtigungen isolierter aufwachsen als andere Kinder, ist die Kompetenzförderung ein besonders wichtiger Schwerpunkt für eine positive Persönlichkeits- und Lebensgestaltung. Um Defizite in Kommunikation, Kontakt und im sozial-emotionalen Bereich auszugleichen, bedarf es der intensiven Entwicklung dieser Bereiche. Es gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, wodurch sie imstande sind, ihnen verborgene Fähigkeiten zu entwickeln. Bei der Weiterentwicklung der jungen Menschen sollen nicht vorrangig die Defizite im Mittelpunkt stehen, sondern die optimale Enwicklung oben genannter Kompetenzen. Wichtig ist eine zielorientierte Kommunikation, womit auch sprachlich unfähig geistig Behinderte und Lernbehinderte kommunizieren können. Die Behinderung der ausgewählten Schülerinnen und Schüler ist derzeit noch zu sehr in den Vordergrund gerückt. Oft ist der Blickwinkel darauf gerichtet, was Behinderte nicht können, anstatt die Freude am Entdecken und Aufdecken von noch unbekannten Potentialen zu entwickeln. Die jungen Menschen sollen Erfahrungen machen, die sie erfolgreich werden lassen, indem man ihnen Wege und Möglichkeiten aufzeigt, sicherer, selbstbestimmter und eigenverantwortlich auftreten zu können. Trotz ihrer Behinderungen und Beeinträchtigungen haben wir Schülerinnen und Schüler mit persönlichen Fähigkeiten, z.B. handwerkliches Geschick, Interesse an neuen Medien, die perspektivisch bei gezielter Unterstützung im regionalen Ausbildung- und Arbeitsmarkt ankommen können.
Dem voraus gab es das Projekt „Alternative Wege zur Berufsorientierung“ im Zeitraum von 2009-2012. Um an die positiven Projekterfahrungen anzuknüpfen und die Arbeit im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterzuführen, bedarf es eines neuen, unseren bisherigen Ansatz weiterführenden Projektes.
Seit einigen Jahren wird bereits intensiv mit der Bundesagentur für Arbeit, dem Integrationsamt, dem Integrationsfachdienst und einer Vielzahl von Betrieben in der Region zusammengearbeitet. Mindestens zweimal im Jahr treffen sich die Kooperationspartner zu einer Berufswegekonferenz. (siehe auch Sachbericht „Alternative Wege zur Berufsorientierung“ 2011)

Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und Betreuern ist bei der persönlichen Zukunfts- und Berufswegeplanung unerlässlich. Hier liegt außerdem ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt der Schulsozialarbeiterin. Um sich gut auf ihr späteres Leben vorbereiten zu können, sollen die Jugendlichen lernen, sich zu verschiedenen Dingen eine eigene Meinung zu bilden, eigene Entscheidungen zu treffen sowie einen hohen Grad an Selbstständigkeit zu erlangen. Sie sollen sich möglichst in allen Lebensbereichen gut zurechtfinden, sich eingliedern, sich bestätigt fühlen und mitbestimmend behaupten können. Berufliche Ziele können ein Platz in der Werkstatt für behinderte Menschen, ein Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder ein Platz im Förder- und Betreuungsbereich sein.

http://www.diakonie-rg.de/wir_stellen_uns_vor_besonderheiten_der_werkstufe_de.html