Silbernes Jubiläum

Silbernes Jubiläum 25 Jahre Migrationsberatung im Landkreis Meißen, 1992 bis 2017

Am 13. Juni 2017 feierte die Migrationsberatung der Diakonie Riesa-Großenhain ihr Silbernes Jubiläum. Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert steht die Einrichtung Zuwanderern im Landkreis Meißen mit Rat und Tat zur Seite. Viele Beteiligte von gestern und heute kamen zusammen, um gemeinsam auf die vergangenen 25 Jahre zurückzublicken.

Der Garten des Eckhardt-Hauses wurde zu einer Festwiese umgebaut: Holzbänke, die zum gemütlichen Zusammensitzen einluden, liebevoll dekorierte Tische, Zeltplanen über den Köpfen, damit auch Regen der guten Laune nichts würde anhaben können. Zu unserer aller Freude stand die schönste Junisonne am Himmel und rückte das große Fest ins perfekte Licht.Etwa 85 Personen durfte die Migrationsberatung als ihre Gäste empfangen. Darunter der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth, die Referentin für Migration vom Diakonischen Amt Sachsen Kerstin Böttger, der Dezernent des Landratsames Meißen Manfred Engelhard, die Bürgermeister Dr. Sven Mißbach, Ralf Hänsel und Jochen Reinicke, Wilfried Pohl von der ITB Dresden, Vertreter der Vermögensverwaltung Riesa und viele andere Repräsentanten weiterer Einrichtungen. Pünktlich zum Glockenspiel um 18 Uhr wurde die Veranstaltung mit einer Andacht von Pfarrerin Sarah Zehme eröffnet. Im Anschluss hieß Einrichtungsleiterin Gerlinde Franke, die die gesamten 25 Jahre hautnah miterlebt hat, alle Besucher herzlich willkommen. Dr. Sven Mißbach würdigte ihre starke Leistung über diesen langen und abwechslungsreichen Zeitraum. Besondere Beachtung schenkte er den schwierigen Jahren der Flüchtlingskrise 2015/2016. Thomas Eisenhauer, Leiter der Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie Riesa-Großenhain, wertschätzte den großen Erfahrungswert der Migrationsberatung, von welchem auch Mitarbeiter der Familienhilfe durchaus profitierten, beispielsweise im interkulturellen Umgang mit Unbegleiteten Minderjährigen Asylbewerbern. Es wurde jedoch nicht nur gesprochen, sondern auch kräftig musiziert. Die „Banda Internationale“, ein prominentes Ensemble von Musikern aus aller Welt, hat dem Jubiläum die Ehre erwiesen. Darunter ein Gitarrist und Sänger aus Burkina Faso, welcher mit deutschen Volksliedern aufspielte und die Zuhörerschaft gut unterhielt. Abgesehen davon waren klassische Elemente mit orientalischen Einflüssen stilgebend – eine passende Umrahmung für den internationalen Charakter der Veranstaltung. In der Mitte des Platzes stand eine große bunte Erdkugel. Hergestellt wurde diese in mühevoller Kleinarbeit durch die „Kinder-Kunst-Clique“. Sylvia Pasztor, eine der Künstlerinnen, stellte das Projekt repräsentativ kurz vor. Liebevolles Detail: An dem Globus waren diverse Schachteln befestigt, hinter denen sich jeweils Geschichten oder Erinnerungsstücke verbargen. Frau Franke erläuterte im Anschluss deren Bedeutung. 25 Jahre in wenigen Minuten zusammenzufassen, ist beileibe kein leichtes Unterfangen. Doch tat sie dies, in ihrer unverwechselbaren Art, sachlich kund und wie die Plauderei aus dem Nähkästchen – mit Kopf und Herz, so als sei alles noch ganz nah. Das 2016 von Bundespräsident Joachim Gauck verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande ist wohl nicht zuletzt nur Anerkennung einer Lebensleistung, sondern auch Ausdruck eben dieser Leidenschaft.

Wir blicken zurück:

  • Der Zuwanderungsstrom in den frühen 1990er Jahren resultierend aus dem Jugoslawienkonflikt.
  • Das erste Übergangswohnheim in Kmehlen und die ersten Projekte (etwa zum Thema: „Frauen“).
  • Der Beginn der Jugendmigrationsarbeit 1998.
  • Ein großer Sprung nach vorn in das aktuelle Jahrtausend, und obwohl inzwischen so viel Zeit vergangen war, hier die Erinnerung an die erste bereitgestellte Wohnung für Asylsuchende (Coswig 2012).
  • Die Übernahme so mancher Heimleitung (etwa Gröditz und Riesa 2013).
  • Klimax und Katastrophe im Rahmen der Flüchtlingskrise 2015/2016 und nur ein Jahr später der allmähliche Rückbau.

In anschaulicher Form wurde der Zusammenhang zwischen globaler Politik und der damit einhergehenden Entwicklungen auf kommunaler Ebene skizziert: Meißen und die Welt. Zugegeben, es gibt Zeiten, die sind komplex und schwer. Und es gibt Momente, die wiegen alles auf. Diesem Aspekt hat sich das Team von Frau Franke näher gewidmet: Die rund 20 Sozialarbeiter haben den Song „Wenn ein Mensch“ von den Puhdys so umgedichtet, dass er den beruflichen Alltag spiegelt. „Davon kann ich ein Lied singen!“ Wer kennt diese Redewendung nicht? Wer aber setzt das tatsächlich um?? Die Migrationsberatung traut sich was…! Daneben wurde ein best-of von Sketchen aus typischen Alltagssituationen aufgeführt: Deutsche Sprache, Schwere Sprache! Was hat deutsche Bürokratie mit Asterix zu tun? Und gehören blaue Flaschen nun in den weißen oder grünen Glascontainer? Finale und Highlight des Festes war das hochkarätige internationale Buffet. Viele Migranten aus dem gesamten Landkreis hatten im Vorfeld kulinarische Spezialitäten vorbereitet. Die Speisen wurden dem Publikum von den Köchen selbst vorgestellt, woraufhin die hungrigen Gäste nach Herzenslust zugreifen konnten. Es gab exotische Küche die Breiten- und Längengrade entlang: Eritrea, Kasachstan, Syrien, Iran, Pakistan u.v.m. Gäste, Mitarbeiter und alle lieben Besucher haben den Abend dann bei guten Gesprächen harmonisch ausklingen lassen.

Ein persönliches Wort zum Abschluss:

Das Team der Migrationsberatung ist glücklich über diese einmalige Zusammenkunft. Die Unterstützung von allen Seiten wissen wir sehr zu schätzen – nicht zuletzt in Form der einen oder anderen Spende. Viele liebevolle Worte und Ermutigungen geben Kraft für die kommende Zeit. Unser Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, das Fest zu dem zu machen, was es war!


Felix Kim

http://www.diakonie-rg.de/aktuelles_silbernes_jubilaeum_de.html